Pflanzen Sie einen Gedenkbaum für Wilfrid Kisker
Spenden Sie eine besondere Form von Trost und Beileid: Lassen Sie einen Gedenkbaum in einem regionalen Waldgebiet pflanzen.
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Nachruf Neue Westfälische 23.1.2013
23.01.2013 um 10:53 Uhr von NW / WBDer letzte Chef in der RaSpi
VON THOMAS GÜNTTER
Bielefeld. Wilfrid Kisker, ehemaliger Alleinvorstand der Ravensberger Spinnerei und langjähriger Vorsitzender des Bethel-Verwaltungsrates, ist tot. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb er bereits am vergangenen Donnerstag im Kreise seiner Familie. Wilfrid Kisker wurde 92 Jahre alt.
Der Name ist mit der Stadt Bielefeld eng verbunden, denn die Familie Kisker steht seit gut 150 Jahren für wirtschaftliche Leistungen und soziales Engagement. Wilfrid Kisker galt als letzter großer Unternehmer aus der Zeit der Bielefelder Leinenindustrie. Der Kaufmann, Jurist und Christ folgte seinem Vater Karl Kisker (1889 bis 1957) als Gesellschafter der Leinen- und Tischzeugfabrik A. W. Kisker und in den Vorstand des Bethel-Verwaltungsrates. Wilfrid Kisker war seit 1957 ehrenamtlich in Bethel aktiv und saß 32 Jahre, von 1964 bis 1996, an der Spitze des Verwaltungsrates.
In seine Zeit fallen bedeutsame Entwicklungsprozesse in Bethel: Unter anderem die strukturelle Änderung in den 60er und 70er Jahren sowie die regionale Ausdehnung ins Ruhrgebiet. Sein Urgroßvater, August-Wilhelm Kisker, gehörte 1867 zu den Mitbegründern der späteren von-Bodelschwinghschen- Anstalten. Seit 1955 – so lange wie kein anderer Bielefeld - war Wilfrid Kisker Rotarier. Seim Rotary-Club Bielefeld stand er im Jahr 1965/66 als Präsident vor.
Wilfrid Kisker wurde zwei Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges im Jahr 1920 in Bielefeld geboren. Nach dem Abitur am Ratsgymnasium und einem fünfmonatigen Aufenthalt in Schottland wurde er 1938 zum Arbeitsdienst und 1939 in den Zweiten Weltkrieg eingezogen. Eingesetzt an mehreren Fronten, hatte er Glück und überlebte. Er trug nur eine Armverletzung davon. Bei Kriegsende geriet er kurz in amerikanische Gefangenschaft.
Zurück in der Heimat heiratete der 26-Jährige die Bielefelderin Friederun Meyer zu Schwabedissen und begann eine technische Lehre in der Ravensberger Spinnerei AG an der Heeper Straße. Der schlossähnliche Fabrikbau war einst die größte Maschinen-Spinnerei Europas.
Seit den 1920er Jahren war die Familie Kisker dort Großaktionär. Der Onkel des Azubis, Walther Delius, fragte ihn, ob er nicht in die Unternehmensleitung folgen wollte. Kisker lehnte ab, er wollte erst später. Zuvor absolvierte er in Göttingen ein Jurastudium, trat dann in die Firma ein und wurde Alleinvorstand. Wilfrid Kisker hinterlässt fünf Kinder und acht Enkel.
Gedenkkerze
NW-Trauer
Entzündet am 22.01.2013 um 09:28 Uhr