Pflanzen Sie einen Gedenkbaum für Karl Seidel
Spenden Sie eine besondere Form von Trost und Beileid: Lassen Sie einen Gedenkbaum in einem regionalen Waldgebiet pflanzen.
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Gedenkkerze
Hanfried Gehlig
Ich bin Hausarzt auf dem Weg zum Unruhestand und habe Ehepaar Seidel nicht mehr persönlich kennenlernen können - aber zwei ihrer Bilder von Hans Nowak hängen jetzt in meiner Sammlung, die in wechselnder Zusammenstellung auch in meiner Praxis ausgestellt ist. Daß die Beiden Hans Nowak schätzten, macht sie mir gleich sehr sympathisch!
Nachruf Neue Westfälische
31.07.2013 um 13:03 Uhr von NW / WB
Ehemaliger Chefarzt Karl Seidel gestorben
Lange Jahre am Evangelischen Johanneskrankenhaus
Bielefeld. Dr. Karl Seidel, ehemaliger Chefarzt im Evangelischen Johanneskrankenhaus, ist gestorben. Er wurde 86 Jahre alt.
Es waren schreckliche Erlebnisse, die seinen Lebensweg beeinflussten. Gut vorstellbar, dass Karl Seidel Germanist geworden wäre. Doch als junger Mann musste er in den Krieg, danach in Gefangenschaft. Er hat viel Leid gesehen und auch Tod. Auch deshalb ist Seidel Mediziner geworden. 25 Jahre lang war er Chefarzt des Röntgen- und Strahleninstituts am Evangelischen Johanneskrankenhaus. „Ich habe mir nach dem Krieg gedacht, dass ich mein Geld mit einem Beruf verdienen will, der sinnvoll ist“, sagte er zum 75. Geburtstag im Gespräch mit der NW.
1946 begann Seidel in Halle/Saale das Studium, nachdem ihm das Gastspiel in Germanistik und Philosophie zu undurchsichtig und zu wenig konkret erschien. Staatsexamen und Dissertation machte er in Göttingen. Dorthin war er 1948 mit seinem Vater geflüchtet. Und dort lernte er seine Frau Marianne kennen, ebenfalls Medizinstudentin, später Oberärztin für Nuklearmedizin im Johanneskrankenhaus.
1959, Seidel war 32 Jahre alt, wurde er Chefarzt. Er galt damals schon als außergewöhnlicher Arzt. Das Verzeichnis seiner wissenschaftlichen Arbeiten und Kongressvorträge umfasst 30 Titel. Aus gesundheitlichen Gründen ging Seidel 1984 in den Ruhestand, Arzt ist er jedoch noch lange geblieben. Er untersuchte weiterhin Familienmitglieder und Freunde.
Seidels große Liebe neben der Medizin war die Literatur. Im Ruhestand schrieb er Gedichte und Kurzprosa. Daraus sind zwei Bücher geworden: „Spiegel-Splitter“ (1994) und „Akupunktur mit spitzer Feder“ (1998). Zudem hat er 2003 seine Lebenserinnerungen herausgebracht.
Karl Seidel hinterlässt seine Ehefrau Marianne und vier erwachsene Kinder.