Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Fritz Diestelhorst, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Nachruf Neue Westfälische 7.2.2013
07.02.2013 um 11:33 Uhr von NW / WB
Fritz Diestelhorst ist gestorben
Der Presbyter der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde prägte den Stadtteil und die Kirche entscheidend mit
Sudbrack/Gellershagen. Fritz Diestelhorst, langjähriger Presbyter der Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde und Vorsitzender des Vereins für soziale Stadtteilarbeit, ist gestorben. Er wurde 91 Jahre alt.
In Diestelhorsts Elternhaus an der Dammwiese wurde während des Krieges ein jüdisches Ehepaar versteckt und vor Verfolgung geschützt. „Sich für Menschen einsetzen war für ihn von Kindheit an selbstverständlicher Ausdruck seines christlichen Glaubens“, so Pfarrer Christoph Steffen. Geprägt wurde er auch vom CVJM, in dem Frömmigkeit, Soziales und Politisches verbunden waren. Beten und Gutes tun gehörten für ihn zusammen. So prägte er den Stadtteil und die evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde mit. Als Jugendmitarbeiter begleitete er Generationen von Subracker Jugendlichen. Als Presbyter trug er zum Aufbau der damaligen Matthäusgemeinde bei, in der viele Flüchtlinge aus Schlesien und Ostpreußen integriert wurden.
Sein Engagement für die Bibelwochen der Kirchengemeinden im Bielefelder Westen hatte Anteil am Entstehen einer wichtigen Tradition. Als für den Stadtteil ein Verein für soziale Stadtteilarbeit gegründet und aufgebaut wurde, war er als langjähriger Vorsitzender und Motor dabei. „Ihm ging es darum, für Menschen etwas zu tun, für jesidische Flüchtlinge, für Kinder aus benachteiligten Familien, für Frauen, die Deutsch als Fremdsprache lernen mussten, für einen Stadtteil, in dem die sozialen Initiativen nicht konkurrieren, sondern vernetzt arbeiten“, berichtet Pfarrer Steffen.
Sein Leben verbrachte Fritz Diestelhorst in Gellershagen, wo er mit seiner Ehefrau Thekla, die kurz vor ihm starb, lebte. Im Haus an der Dammwiese waren häufig Gäste aus der weltweiten Ökumene, aus Tansania, Indonesien oder Chile zu Gast.
Die Gemeinde nimmt Freitag in der Matthäuskirche Abschied mit einem Gottesdienst um 14 Uhr.