Robert Block

Robert Block

Erstellt von Neue Westfälische Zeitung
Angelegt am 27.03.2021
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Kondolenzen (1)

Sie können das Kondolenzbuch nutzen, um den Angehörigen Ihr Beileid zu bekunden, Ihrer eigenen Trauer Ausdruck zu verleihen oder um dem Verstorbenen einige letzte Worte des Abschieds mitzugeben.

Kondolenz

Wenn Worte nicht genug sagen. Ein Versuch...

27.03.2021 um 17:19 Uhr von Björn

Lieber Robert,

 

wenn man solche Zeilen verfasst, ist es irgendwie ein Krampf, sich ins Geschehen reinzuschreiben. Habe also abgewartet, bis ich meine Ruhe habe – im Hintergrund durchdringt leise Musik den Raum.

 

In den letzten Tagen - nach Deinem plötzlichen Gehen - habe ich immer mal wieder kleine Sprachnotizen auf mein Telefon gesprochen. Gedanken, die mir spontan kamen und bei denen ich Angst hatte, dass sie wieder verloren gehen könnten … und ich mache nie Sprachnotizen. Ich rede so schon genug.

 

Du wirst in meinem Leben eine Lücke hinterlassen.

 

Und im Leben anderer wird es mehr als das sein. Dort werden sich die Kontinente verschieben, denn Du bist nicht mehr bei uns. Ich mache mir Gedanken um Deine Eltern, Deine Familie und auch um Deine Menschen, die Dich rund um die Uhr ‚umsorgt‘ haben.

Ich selber kann die Lücke, die Du hinterlässt, mit vielen Erinnerungen an Dich füllen. Zusammen schaffen wir es vielleicht sogar, den leeren Platz im Leben Deiner Liebsten gemeinsam zu füllen – gerne auch zum Überlaufen zu bringen.

Die gestrige Trauerfeier hat mich da sehr optimistisch gestimmt. Viele haben es bereits dort geschafft, trotz ihrer Trauer, das Wort zu ergreifen und uns alle mit ihren Erinnerungen zum Lächeln zu bringen. - So wirst Du es Dir gewünscht haben. So werden wir es gemeinsam fortsetzen.

 

Die Worte Deiner Schwester Anne haben mich tief beeindruckt, die Worte Deiner Frau Mama tief berührt. - Um nur zwei Beispiele zu nennen.

Vieles, des Gesagten, hatte auch ich in meinen Sprachnotizen vermerkt. Obwohl ich immer das Privileg hatte, mich als ‚Therapeut‘ auch mal ein Stück weit raus zu halten. Wollte ich aber gar nicht…

Denn ja, Du warst tatsächlich der Mensch, der uns eingefangen hat. Ich habe diesen Gedanken mit den Stichpunkten „Bindeglied/Seelenfänger“ vermerkt. Und das schließt einiges ein, denn wir alle hatten einen Platz in Deinem Mikrokosmos und Du hast es geschafft, dass sich jeder von Dir wichtig genommen gefühlt hat. Keiner war einfach nur da, um einen Job zu machen.

 

Natürlich hattest Du Deine Anliegen, und ich habe auch mehr als ein Mal geflucht, wenn ich feststellen musste, dass Deine ‚für mich bestimmten Ideen‘, neben meiner therapeutischen Tätigkeit, technisch völlig unmöglich waren – und die Lösung dieser Arbeitsaufträge mich so weit in die Nacht getragen haben. Mit vielen zwischenzeitlichen Telefonaten jenseits der Geisterstunde, in denen mir dann mit einem „Oh, dass geht gar nicht so einfach?“ meine Nachtschicht quittiert wurden .… Ich habe es aber jedes Mal gerne getan.

 

Schließlich gehörte ich für Dich mehr als ein Jahrzehnt dazu und durfte mich auch irgendwann Deinem Team zugehörig führen, als ich die Namen einigermaßen auf die Reihe bekam.

Ich bin jedes Mal gerne in Dein zu Hause gekommen. Denn egal, wie blöd der Tag war oder wie sehr die Zeit drängte, immer war jemand da, der der Laune einen Schubs nach oben gab, der nach meinem Befinden fragte. Mal gab es eine Umarmung, mal einen Keks - mal einen flapsigen Spruch um die Ohren. Und vor allem war da dann ein Robert, der sofort wusste, wie mein Grundzustand war. Ein Tipp war immer gleich: „Du musst mehr schlafen, Du bist schon wieder viel zu müde.“

 

Gestern war spürbar, wie sehr alle jetzt schon Deinen Mikrokosmos vermissen – einige haben es auch offen angesprochen. Denn wo soll ich all diese großartigen Menschen nun unterbringen, wenn ich sie nicht mehr bei Dir antreffe. Du bist Dir wohl im Klaren darüber, dass Du hier als Lösung herhalten musst. Dein Andenken wird uns an sich binden und mal fester, mal lockerer zusammenbringen. Freue mich jetzt schon darauf.

 

Eigentlich wurde in Deinem Umfeld eine Referenz für das geschaffen, was Du, Familie und Pflege gemeinsam geleistet haben. Alle haben alles gegeben und Deine Eltern haben einen Rahmen hierfür erschaffen.

Ich verneige mich tief vor diesen Leistungen und glaube, dass jeder aus der Zeit mit Dir etwas für sein Leben mitnehmen wird.

Das Schöne an Erinnerungen ist, dass man sie zahllos oft wiederholen kann und unbegrenzt teilen. Und das Teilen hilft auch gegen das Vergessen. Ich werde auch noch als alter Knochen mit einem Lächeln an Dich denken, dass verspreche ich Dir.

 

 

Danke für die Zeit mit Dir, Robert.

- Dein Verlust wiegt schwer, aber jede Erinnerung an Dich ist ein Gewinn. -

Danke an Deine Eltern/Familie, dass Euer Haus immer offen stand.

Danke ans ganze Team, dass ich ein Teil von Euch sein durfte.

 

Viele Menschen haben Dich in ihren Herzen – und auch in meinem wirst Du immer einen festen Platz haben.

Gute Reise, lieber Robert!

 

Dein Björn